Kolpingsfamilie Mainburg
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Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen

Zum ersten Mal Frau an der Spitze der Kolpingfamilie

Mit Recht kann man die Generalversammlung der Kolpingsfamilie am Donnerstag im Seidlbräu als historisches Ereignis einordnen. Zum ersten Mal in der 123-jährigen Geschichte des Gesellenvereins steht mit Nicole Stuber-Haberländer eine Frau an der Spitze des katholischen Sozialverbandes in der Hopfenstadt. Die 43-jährige Immobilienwirtin tritt die Nachfolge von Rainer Neubauer an, der nach zwölf Jahren als Vorsitzender auf eine erneute Kandidatur verzichtet hatte. Bemerkenswert ist diese Personalie allein schon deswegen, weil die ersten Frauen in den katholischen Gesellenvereinen erst ab der zweiten Hälfte der Sechzigerjahre aufgenommen wurden. Bis dahin blieb die Mitgliedschaft in der von dem Priester Adolph Kolping (1813 - 1865) gegründeten Organisation der „katholischen Gesellenvereine“, 1935 umbenannt in „Kolpingwerk“, allein männlichen ledigen Handwerksgesellen vorbehalten. Nach fast 100 Jahren (männlicher) Gesellenverein (bzw. Kolpingsfamilie) beschlossen 57 Männer der Zentralversammlung im Oktober 1966 in Würzburg, den Verband für Frauen zu öffnen und sie als gleichwertige Mitglieder aufzunehmen. Damit war der Bann gebrochen, und der katholische Sozialverband wandelte sich zunehmend zu einem Zentrum für junge Christen und vor allem Familien. So auch in Mainburg, wo der Gesellenverein im Jahre 1895 aus der Taufe gehoben wurde.

Dass im Gesellenverein viel geboten wird, betonte Rainer Neubauer, der nach zwölf Jahren als Vorsitzender nicht mehr kandidiert hatte. Er blickte auf ein Jahr mit vielen Veranstaltungen zurück, darunter das Gesellenkranzl, zwei Altkleidersammlungen, das Sommerfest, das Fastensuppenessen, den Nikolausdienst oder das Kolpinggedenken. Mit dem Erlös aus verschiedenen Aktivitäten konnte die Kolpingsfamilie erneut diverse soziale Projekte unterstützen.

Auf die vielen Aktivitäten des Gesellenvereins will Nicole Stuber-Haberländer nach eigener Aussage aufbauen. „Aber einige neue Ideen habe ich auch“, verriet die für die nächsten drei Jahre gewählte neue Vorsitzende. Seit 1985 Mitglied bringt sie als bisherige Beauftragte für Jugend und Familie jede Menge Erfahrungen mit, kann aber auch auf ein eingearbeitetes Team bauen. So bleiben Florian Brücklmaier stellvertretender Vorsitzender und Andreas Ibel Kassier. Und mit Rainer Neubauer als neuem Schriftführer, der Daniela Auer im Amt folgte, ist ebenfalls ein erfahrener Mitstreiter mit an Bord. Als sich Veronika Raab nach kurzer Bedenkzeit entschlossen hatte, für den vakanten Posten der Jugend- und Familienbeauftragten zu kandidieren, war klar, dass alle Referate besetzt werden können. Altsenior ist weiterhin Andreas Ernstberger, für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wird Karin Ettenhuber zuständig bleiben. Den Bereich Kultur und Freizeit übernimmt Klaus Aigner von Barbara Gröger. In den Beirat wurden Horst Biberger jun., Veronika Dotzauer, Andrea Ruperti, Franz Raab und Barbara Ohlmeyer berufen. Die Kassenprüfung liegt für ein weiteres Jahr in den Händen von Christian Biberger und Helmut Auer. Blieb noch die Wahl des Präses. Der bleibt natürlich Stadtpfarrer Josef Paulus, der ebenfalls in geheimer Wahl einstimmig bestätigt wurde, sich zur Generalversammlung allerdings entschuldigen musste.

Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen der Kolpingsfamilie Mainburg 22.02.2018
Rainer Neubauer gratulierte seiner Nachfolgerin Nicole Stuber-Haberländer zur Wahl als Vorsitzende der Mainburger Kolpingsfamilie.

Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen der Kolpingsfamilie Mainburg 22.02.2018
Die neu gewählte Vorstandschaft der Kolpingfamilie Mainburg e.V.